Marsch des Lebens Hamburg – Kiel 2015

(English version here)
(Flyer zum Download hier)
Wussten Sie, dass am Ende des 2. Weltkrieges „Todesmärsche“ durch viele deutsche Städte und Regionen stattfanden?

Nach 70 Jahren wollen wir mit allen Interessierten auf einem Versöhnungsweg vom 15. bis 19. April 2015 ein Zeichen setzen.

Wir, die Initiativgruppe, sind ein Zusammenschluss von Christen aus Landes- und Freikirchen.

Hintergrundinformation:

Am Ende des Zweiten Weltkriegs ließ die SS die bestehenden Konzentrationslager evakuieren und wollte damit die Spuren des Massenmordes beseitigen. Sie hetzten die völlig entkräfteten Gefangenen über die Wege und Straßen des im Chaos versinkenden Deutschlands. Von den 700.000 Häftlingen, die es bis 1945 geschafft hatten zu überleben, ließen 250.000 von ihnen bei den Todesmärschen vor den Augen der Zivilbevölkerung ihr Leben. Diese reagierte meist passiv, gleichgültig, wurde manchmal zu aktiven Tätern –und schwieg über das, was sie gesehen hatten.

Jobst Bittner – Ursprünge und Grundlagen
der „Marsch des Lebens“-Bewegung

Wenig bekannt ist die Tatsache, dass die heutige Strafvollzugsanstalt HamburgFuhlsbüttel während des Dritten Reichs Konzentrationslager und Polizeigefängnis war. Dort gab es neben jüdischen Gefangenen zahlreiche wegen ihrerpolitischen Gesinnung Inhaftierte sowie u.a. Sinti, Roma, Homosexuelle und Prostituierte. Sie wurden vor 70 Jahren, in der Zeit vom 12.bis 15.April 1945, in drei sog. Evakuierungsmärschen von Hamburg Fuhlsbüttel nach Kiel-Hassee in das Arbeitserziehungslager Nordmark̒ getrieben. Unterwegs kam es zumehreren Exekutionen.

Beweggründe dafür, diese Marschroute zusammen mit unterschiedlichen Gruppen aus unserer Gesellschaft nachzugehen sind:

  1. Versöhnung, Heilung und Wiederherstellung zwischen den Nachkommen der Täter- und Opfergeneration;
  2. Aufarbeitung der Vergangenheit und gegen das Vergessen;
  3. Zeichensetzung gegenüber Israel und jüdischen Menschen in unserem Land mit einem unüberhörbaren „Nie wieder!“gegen den modernen Antisemitismus unserer Zeit.

Es ist eine der letzten Gelegenheiten, gemeinsam mit den Überlebenden und ihren Nachkommen zu trauern und Verantwortung zu übernehmen.

Statement:

  • Wir erklären, dass wir das Gedenken an den Holocaust und die Stimme der Überlebenden ehren und mit ihnen in der Erinnerung an das schreckliche Geschehen zusammenstehen.
  • Wir erklären ebenso, dass wir in einer Zeit des wiederauflebenden Antisemitismus nicht erlauben, dass sich die schweigende Gleichgültigkeit der Vergangenheit wieder ausbreiten darf.
  • Wir stehen bei dem Marsch des Lebens mit denen zusammen, die gelitten haben oder die noch immer an den Folgen des Holocaust leiden.
  • Wir geben ihnen eine öffentliche Stimme, um mit ihnen gemeinsam die „Decke des Schweigens“ über unseren Städten zu zerbrechen.
  • Wir widerstehen dem Gedanken einer Schlussstrich-Debatte, wo sie nicht angebracht ist. Gemeinsam mit der TOS in Tübingen planen wir einen Marsch des Lebens, der den Todesmarsch der Holocaust Opfer zum Kriegsende nachgeht.
  • Der Marsch des Lebens ist kein Podium für politische Forderungen, keine Protestveranstaltung und keine Plattform für Evangelisation, sondern eine Gebets- und Gedenkveranstaltung.

 

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Unser Wunsch ist es, eine möglichst breite Teilnahme unserer Bevölkerung unter Beteiligung aller Generationen sowie Überlebenden und deren Nachkommen zu erreichen. Für Schulen wäre beispielsweise eine Beteiligung in Form eines Kunst- oder Nachforschungsprojektes denkbar. Bei Interesse können wir auf umfangreiches Informations- sowie Hintergrundmaterial verweisen.

„Aus einer bescheidenen Gebetsaktion ist längst eine internationale Bewegung geworden, die Zeitzeugen und Nachgeborene mit einschließt. Ich hoffe, dass sich viele Menschen von dieser Idee bewegen lassen und in den kommenden Jahren mit den Füßen wie in den Köpfen noch zahlreiche „Märsche des Lebens“ stattfinden.“
Norbert LammertProf. Dr. Norbert Lammert,
Präsident des Deutschen Bundestages

 

 

Karte (klicken zum Vergrößern) Grafik von Frank Thamm

Karte (klicken zum Vergrößern) Grafik mit freundlicher Genehmigung von Frank Thamm

Marsch des Lebens im Norden. 15. – 19. April 2015

Der detaillierte Streckenverlauf bei kann  Googlemaps angesehen, vergrößert werden.

Christliche Israelfreunde Norddeutschland Hamburg e.V. (CIND)

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